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Römischer Kastellgraben in Stein am Rhein entdeckt

  • Römischer Kastellgraben in Stein am Rhein entdeckt
    Römischer Kastellgraben in Stein am Rhein entdeckt (Bild: Kanton Schaffhausen)
2022-08-26 16:54:02
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Die Kantonsarchäologie Schaffhausen ist bei Ausgrabungen in Stein am Rhein auf einen mächtigen Verteidigungsgraben gestossen, wie der Kanton Schaffhausen mitteilt.

Er gehörte zum römischen Kastell und schützte dieses vor feindlichen Angriffen. Der neu entdeckte Graben ergänzt das Wissen um das Kastell und die damalige sicherheitspolitische Lage.

Er beeindruckt durch seine gewaltigen Dimensionen und zeigt die einstige Bedeutung des Militärlagers in Stein am Rhein auf.   Das Kastell von Stein am Rhein Wo bald die Bagger auffahren, um eine Baugrube auszuheben, haben bereits die Römer vor 1700 Jahren mächtig viel Erde bewegt.

Bei der Kirche Burg in Stein am Rhein stand einst ein Kastell, ein römisches Militärlager. Es wurde kurz vor 300 n.

Chr. errichtet, als die Grenze des römischen Reiches unter dem Ansturm feindlicher Truppen aus dem Norden an den Rhein zurückverlegt werden musste.

Auf einem Hügel gegenüber der heutigen Altstadt Stein am Rhein verschanzten sich römische Soldaten und die Zivilbevölkerung hinter mächtigen Mauern. Die Ruinen dieses Kastells umgeben noch heute die Kirche und den Friedhof.

  Neu entdeckter Verteidigungsgraben Die aktuellen Ausgrabungen brachten Erstaunliches ans Licht: Nicht nur ein, sondern mindestens zwei Verteidigungsgräben umgaben einst das Kastell. Sie dienten als Hindernis im Falle eines Ansturms durch feindliche Truppen.

Einer dieser Gräben war der Archäologie bereits von einer früheren Ausgrabung bekannt. Er verlief im Bereich der Eschenzerstrasse und setzte sich im heutigen Einfamilienhausquartier fort.

Neu ist, dass die römische Bevölkerung die Ostseite des Kastells gleich doppelt absicherte. Ein zweiter Graben verlief unweit der östlichen Kastellmauer und beeindruckt durch seine gewaltigen Dimensionen von 16 Metern Breite und 5 Metern Tiefe.

Diese Grössenverhältnisse stellten auch die Kantonsarchäologie vor eine Herausforderung. Um Verlauf und Bauart zu dokumentieren, brauchten sie statt Pickel und Schaufel die Hilfe eines Baggers.

  Ein gewaltiges Bauwerk Wer den mächtigen Graben in römischer Zeit ausgehoben hat, sei ein Rätsel: Waren es die hier stationierten Soldaten, Sklaven oder gar Einheimische? Für das Bauwerk, dessen Gesamtlänge unbekannt ist, bewegten sie jedenfalls gewaltige Erdmengen. Der Graben wurde teilweise fast senkrecht abgestochen um den feindlichen Angreifern keine Chance zu bieten.

Einzig über Brücken gelangte man ins Kastell. Reste einer solchen haben die Mitarbeitenden der Kantonsarchäologie bei den Ausgrabungen ebenfalls entdeckt.

Von der Holzkonstruktion selbst habe sich nichts erhalten, jedoch Reste des Auflagers und mächtige Pfostengruben als Stützkonstruktion. Die Entdeckung sei fast einmalig, auch in den Dimensionen sucht der Graben seinesgleichen.

Andere Verteidigungsgräben aus spätrömischer Zeit, so beispielsweise in Arbon (TG) oder Kaiseraugst (BL) seien rund 10 m breit und bis zu maximal 3 m tief.   In Sand gebaut Der Verteidigungsgraben ergänzt das bisherige Wissen um das Kastell von Stein am Rhein und zeigt dessen Bedeutung innerhalb der römischen Grenzbefestigung.

Leider werde es nicht möglich sein, das monumentale Bauwerk zu erhalten. Da der Untergrund aus feinem Sand besteht, spült jeder Regenguss einen Teil davon weg.

Nur mit einem steten Unterhalt war es in römischer Zeit überhaupt möglich, den Graben offenzuhalten. Nach dem Abzug des Militärs im 4. Jahrhundert verfüllte er sich nach und nach.

Bereits im Mittelalter, als auf der gegenüberliegenden Rheinseite die Stadt Stein am Rhein entstand, war vom Verteidigungswerk nichts mehr zu sehen. Jedenfalls seien keine schriftlichen oder bildlichen Quellen überliefert und die Gräben seien auch auf historischen Karten nicht eingezeichnet.

Dank der Untersuchungen der Kantonsarchäologie sei der imposante Graben nun gut dokumentiert und die Bauarbeiten für die Mehrfamilienhäuser können im September termingerecht starten.  .

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