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Orientierungsvorlage zu Langzeitgymnasium

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    Orientierungsvorlage zu Langzeitgymnasium (Bild: Kanton Schaffhausen)
2023-01-18 14:54:01
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Der Regierungsrat unterbreitet dem Kantonsrat eine Orientierungsvorlage zum Postulat 2018/9 betreffend Einführung eines Langzeitgymnasiums, wie der Kanton Schaffhausen ausführt.

Nach Ansicht der Regierung besteht kein Bedarf für ein Langzeitgymnasium. Stattdessen spricht sich der Regierungsrat für eine Modellschule Sekundarstufe I für Begabungs- und Begabtenförderung und einer anschliessend flächendeckenden Einführung einer adäquaten Begabungs- und Begabtenförderung auf der gesamten Sekundarstufe I aus.

  Hintergrund der Orientierungsvorlage sei das vom Kantonsrat erheblich erklärte Postulat «Einführung eines Langzeitgymnasiums». Die Ausbildung bis zur Maturität sei in den Kantonen sehr unterschiedlich geregelt.

Strukturell zu unterscheiden sei die Ausgestaltung der gymnasialen Ausbildung als Kurzzeitgymnasium und als Langzeitgymnasium. In der deutschsprachigen Schweiz führen der Kanton Zürich und einige Kantone der Zentral- und Ostschweiz neben dem vierjährigen Kurzzeitgymnasium (auch) sechsjährige Langzeitgymnasien.

In den restlichen Kantonen der Deutschschweiz und in der lateinischen Schweiz sei die gymnasiale Maturitätsschule hingegen ausschliesslich als Kurzzeitgymnasium organisiert. Die Kantonsschule Schaffhausen umfasst neben der Fachmittelschule ein Kurzzeitgymnasium.

Dieses schliesst an die 2. und 3. Klasse der Sekundarschule an und führt in vier Jahren zur Eidgenössischen Matura.   Der Erziehungsrat befasste sich in den letzten Jahren mit dem Thema Langzeitgymnasium.

Er kam zum Schluss, dass eine moderne Begabungs- und Begabtenförderung sich nicht nur auf wenige, intellektuell besonders begabte Schülerinnen und Schüler beschränken soll, sondern auf breiter Ebene ansetzen solle und auch hervorragende sportliche, künstlerische und kreative Leistungen miteinbezogen werden sollen. Mitausschlaggebend war auch, dass – auch gemäss den Erkenntnissen des Schweizerischen Wissenschaftsrates – ein später Zeitpunkt der schulischen Selektion und eine geringe Anzahl von getrennten Zweigen in der obligatorischen Schulzeit für die Verminderung von sozial bedingten Ungleichheiten in der Bildung für vorteilhaft erachtet werden.

Das bedeutet, dass durch den aktuell im Kanton Schaffhausen praktizierten Übertritt in das Kurzzeitgymnasium gegen Ende der obligatorischen Schulzeit die Vorteile einer späteren Leistungsdifferenzierung ausgeschöpft und das vorhandene Bildungspotential im Kanton effizient genutzt wird.   Entsprechend wurde ein Pilotprojekt «Schaffung einer Modellschule Sekundarstufe I für Begabungs- und Begabtenförderung» initiiert.

Damit solle ein Schulmodell entwickelt und erprobt werden, bei dem eine allgemeine Begabungsförderung im Fokus steht, welche die individuellen Stärken und Interessen aller Schülerinnen und Schüler wahrnimmt und fördert. Darüber hinaus solle die Möglichkeit geschaffen werden, in den Bereichen Sport, Kultur und Kognition besonders talentierte Jugendliche gezielt zu unterstützen.

Die Verbandschulbehörde des neuen Zweckverbandes Gemeinsame Oberstufe Underchläggi von Hallau, Neunkirch und Wilchingen habe entschieden, am Pilotprojekt teilzunehmen.   Der Regierungsrat teilt die Haltung des Erziehungsrates.

Mit einer Modellschule Sekundarstufe I für Begabungs- und Begabtenförderung und einer anschliessend flächendeckenden Einführung einer adäquaten Begabungs- und Begabtenförderung auf der gesamten Sekundarstufe I werde die vom Postulat anvisierte Stärkung und Attraktivierung des Bildungsstandortes Schaffhausen unter Berücksichtigung der Anliegen einer vermehrten Talentförderung auf der Sekundarstufe I erreicht und es kommen darüber hinaus weitere begabte Schülerinnen und Schüler in den Genuss einer Förderung als bei einer Einführung eines Langzeitgymnasiums..

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