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Kantonales Naturschutzinventar (Stadt und Hemmental) beschlossen

Kantonales Naturschutzinventar (Stadt und Hemmental) beschlossen
Kantonales Naturschutzinventar (Stadt und Hemmental) beschlossen (Bild: Kanton Schaffhausen)

2021-07-08 10:54:02
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Der Regierungsrat nimmt die wertvollen Trockenwiesen und Feuchtgebiete der Stadt Schaffhausen inklusive Hemmental in das Kantonale Naturschutzinventar auf, wie der Kanton Schaffhausen schreibt.

Das Inventar dient als Grundlage für die kommende Nutzungsplanung und schafft Rechtssicherheit. Zugleich werde ein zentraler Beitrag zur Biodiversitätsförderung geleistet.    Trockenwiesen und -weiden im Kanton Schaffhausen Der Kanton Schaffhausen weist ein schweizweit einzigartiges Aufkommen an arten- und strukturreichen Trockenwiesen, -weiden und -wäldern auf.

Diese seien ein wichtiger Lebensraum von seltenen Tier- und Pflanzenarten und damit für die Erhaltung der Biodiversität von hoher Bedeutung.    Trockenwiesen des Hemmentaler Randens Die steilen, sonnenexponierten Hänge der Randentäler, wie zum Beispiel in Hemmental, begünstigen wärmeliebende, selten gewordene Pflanzen und Insektenarten. Die Kartierungen von 2020 haben total 208 Pflanzenarten, 136 Wildbienenarten, 80 Wespenarten, 57 Tagfalter- und Widderchenarten sowie 26 Heuschreckenarten nachgewiesen.

Darunter sei ein beträchtlicher Anteil an seltenen und gefährdeten Lebewesen. Alleine an den dorfnahen Wiesenhängen leben knapp ein Viertel der in der Schweiz überhaupt vorkommenden Wildbienenarten, Tagfalter, Heuschrecken und Widderchen.

  Naturschutzzonen und Objekte fehlten bis anhin in Hemmental Die Nutzungsplanung von Hemmental weist bis heute keine grundeigentümerverbindlichen Naturschutzzonen aus. Auch enthielt das kantonale Inventar bisher noch keine Objekte in Hemmental.

Dadurch entsteht eine Rechtsunsicherheit, die nun mit der Inventarfestsetzung behoben wird. Es enthält 32 Objekte und Zonen.

Dazu gehören Trockenwiesen und -weiden, aber auch Wochenstuben von national prioritären Fledermäusen sowie wertvolle Amphibienlaichgebiete und Moore, wie beispielsweise die Landschaft Spitzwiese oder das Eschheimertal.   Aufnahme der schützenswerten Objekte in das Kantonale Inventar 2020 wurden die 32 Richtplanobjekte im Feld nach deren naturschützerischen Werten geprüft, die charakteristischen und seltenen Arten erhoben und die genauen Abgrenzungen festgehalten.

Auf dieser Grundlage wurden die Objektblätter erstellt, indem die Gebiete beschrieben, Arten erfasst, Schutzziele definiert, Aufwertungs- und Pflege-Massnahmen definiert und Perimeter auf Karten festgehalten wurden. Das nun festgesetzte kantonale Naturschutzinventar sei eine behördenverbindliche Fachgrundlage.

Die eigentümerverbindliche Umsetzung erfolgt in einem nächsten Schritt jeweils auf verschiedene Weise (Nutzungsplanung, Verträge, vergleiche Kasten).   Bei den Flächen, die heute der Bauzone zugewiesen sind, gibt es Nutzungskonflikte.

Die künftigen Nutzungsmöglichkeiten dieser Grundstücke müssen nach der Festsetzung des Naturschutzinventars im Rahmen der Nutzungsplanung ermittelt werden. Dazu sei eine umfassende raumplanerische Interessenabwägung nötig.

Das Natur- und Heimatschutzgesetz des Bundes lasse Eingriffe in Biotope zu, wenn die Interessen am Eingriff höher zu gewichten seien als die Schutzinteressen und Ersatzmassnahmen geleistet werden.    Eingriffe in diese schützenswerten Biotope seien für Grundeigentümer bewilligungspflichtig. Die kantonalen Naturschutzinventarobjekte seien ab heute auf dem Schaffhauser WebGIS einsehbar.

  -----------------   Kurz erklärt: Funktion und Verbindlichkeit von Naturschutzinventaren Gemäss Artikel 6a des Gesetzes über den Natur- und Heimatschutz im Kanton Schaffhausen nimmt der Regierungsrat besonders schützenswerte Zonen und Objekte, namentlich diejenige von nationaler und kantonaler Bedeutung, in das kantonale Naturschutzinventar auf. Naturschutzinventare geben eine Übersicht zu den Naturwerten in der Gemeinde, im Kanton und der Schweiz.

Auf den Objektblättern werden die Naturwerte und Besonderheiten zum Lebensraum, zur Landschaft oder zur Geschichte beschrieben sowie spezifische Schutzziele, Aufwertungs- und Pfle-gemassnahmen festgehalten. Die Naturschutzinventare seien sowohl behördenverbindliche grundle-gende Planungsinstrumente für die Raum- und Nutzungsplanung des Kantons und der Gemeinde als auch Grundlage für die direkte Naturschutzarbeit.  Der grundeigentümerverbindliche Schutz erfolgt über den Zonenplan, einen Grundbucheintrag oder über eine Verfügung.

Für die Werterhaltung des Objektes sei unabhängig vom Schutzstatus ein Pfle-gevertrag das Wichtigste. .

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