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Sanierung Randenburg


(Bild: )

2021-07-14 15:54:01
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Der Schleitheimer Randenturm ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Ausflügler, wie der Kanton Schaffhausen schildert.

Was viele nicht wissen ist, dass er mitten in einer Burganlage aus dem Mittelalter steht. Geschützt durch zwei mächtige Gräben, dicke Mauern und die steilen Abhänge thronte die Randenburg einst hoch über den Dörfern Schleitheim und Beggingen.

Von der imposanten Anlage waren bis vor kurzem nur noch letzte, vom Wald überwachsene Mauerreste zu sehen. Seit Anfang Juni seien Handwerker im Einsatz, um die Mauern zu sichern.

Die Kantonsarchäologie begleitet die Massnahmen und gewinnt laufend neue Erkenntnisse zur bislang kaum erforschten Burganlage. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten werden die Mauerreste nicht nur vor dem Zerfall geschützt, sondern für Besucherinnen und Besucher auch besser sichtbar sein.

  Vom Herrschaftssitz zum Steinbruch Im 12. Jahrhundert errichtete das Adelsgeschlecht von Randenburg seinen Herrschaftssitz auf einem schmalen Geländevorsprung des Schlossrandens. Umgeben von einer dicken Umfassungsmauer standen im Inneren ein Bergfried sowie Wohn- und Wirtschaftsbauten.

Bereits im 15. Jahrhundert war die Burg nach Aussage von Schriftquellen verlassen und verfallen. 1524 erwarb die Gemeinde Schleitheim die Ruine, um sie als Steinbruch zu nutzen.

Die abgebrochenen Mauersteine liess man zu Tale rollen und baute daraus im Dorf neue Häuser auf.   Schatzsucher und Ausgräber Auf der Suche nach Schätzen durchwühlten Anwohner und Raubgräber die Burgstelle.

In den 1880er Jahren führte der Schleitheimer Lokalhistoriker Samuel Pletscher erste Ausgrabungen durch. Wenige Jahre später legte man die Ringmauer frei.

Beim Bau des heutigen Aussichtsturmes kamen 1904 die Mauern des Burgturmes zum Vorschein, die sogleich als stabiles Fundament für die Eisenkonstruktion genutzt wurden. Über diese frühen Grabungen existieren nur wenige Notizen und ein Grundrissplan.

Deshalb sei von der Randenburg als Burganlage bis heute nur sehr wenig bekannt.   Der Zahn der Zeit nagt Bereits vor 40 Jahren stellten Burgenforscher einen zunehmenden Verfall der wenigen oberirdisch noch sichtbaren Mauern fest.

Mehrere Sanierungskonzepte scheiterten an der Finanzierung. Im Frühling 2020 führte die Kantonsarchäologie Schaffhausen Sondierungen durch.

Dabei stellte sich heraus, dass die tief in die Erde reichenden Mauern stabil auf Fels stehen und im unteren Bereich gut erhalten sind. Frost, Erosion und Pflanzenbewuchs haben die oberen Mauerteile jedoch arg in Mitleidenschaft gezogen.

Die Mauersteine zerbröckelten zunehmend oder drohten, den Hang hinunterzustürzen. Zusammen mit Burgenspezialisten wurde darauf ein Sicherungskonzept ausgearbeitet und die Kosten hierfür ins kantonale Budget aufgenommen.

  Sanierung und Aufwertung in einem Seit Anfang Juni 2021 laufen die Sanierungsarbeiten an zwei Stellen der Ringmauer: Zunächst werden die Mauerpartien freigelegt, dann schadhafte Steine abgetragen, Fehlstellen ausgebessert und zum Schluss ein bis drei Lagen Steine neu aufgemauert und alles mit einer Mörtelschicht abgedeckt. Die Originalmauer sei dadurch für die kommenden Jahrzehnte gut geschützt.

Nach Abschluss der Arbeiten sei die Burganlage für Besucherinnen und Besucher besser sichtbar. Informationstafeln bei der Burg werden Auskunft geben über dieses Kulturdenkmal.

  Die Maurerarbeiten führt eine im Kanton Schaffhausen domizilierte Baufirma mit Unterstützung der Gemeinde Schleitheim aus. Die Kantonsarchäologie Schaffhausen begleitet in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege die Sanierung und dokumentiert die Mauerreste, um mehr über die Geschichte und Bauweise der Randenburg herauszufinden.

Finanziert werde die Sanierung durch den Kanton, die Gemeinde Schleitheim und den Bund (BAK, Bundesamt für Kultur)..

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