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Überraschung beim Museumsneubau «Schloss Beringen»

Überraschung beim Museumsneubau «Schloss Beringen»
Überraschung beim Museumsneubau «Schloss Beringen» (Bild: Kanton Schaffhausen)

2021-08-23 08:54:04
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Die Kantonsarchäologie ist bei Rettungsgrabungen neben dem Ortsmuseum Beringen auf einen mittelalterlichen Burggraben, alte Kellermauern und viele Funde gestossen, wie der Kanton Schaffhausen mitteilt.

Das «Schloss Beringen», welches heute als Ortsmuseum genutzt wird, steht mitten im Dorfkern. Vom mutmasslichen Stammsitz der «Hünen von Beringen» waren bisher Reste eines Burgturmes und ein Wohngebäude aus dem Mittelalter bekannt.

Daran angrenzend werde ein moderner Neubau zur Erweiterung des Museums errichtet. Vorgängig zu den Bauarbeiten finden seit dem Frühling Untersuchungen statt.

An einem Tag der offenen Grabung informieren die Kantonsarchäologie und die Stiftung Museum über die neuen und überraschenden Erkenntnisse zum «Schloss Beringen».   Burg mit Wassergraben Um das Jahr 1600 schrieb der Chronist Johann Jacob Rüeger: «Im dorf Beringen habe es ouch einen starken, werhaften turn mit einem graben umbgeben (..).» Der untere Teil des Turmes mit seinen roten Ecksteinen steht bis heute und prägt das Erscheinungsbild des Ortsmuseums.

Den Graben hingegen verfüllte man spätestens im 17. Jahrhundert komplett. Wo genau er durchlief, war nicht mehr bekannt, bis der Bagger diesen Frühling im Hinterhof neben dem Ortsmuseum seine Schaufel ansetzte und auf eine Mauer stiess.

Die anschliessenden Untersuchungen der Kantonsarchäologie zeigten, dass es sich um die Umfassungsmauer des Schlosses handelt. Davor verlief ein rund 7 Meter breiter und 3 Meter tiefer, ursprünglich mit Wasser gefüllter Graben.

Er umschloss den Turm, den Palas (Hauptgebäude) und vermutlich weitere Nebengebäude. Somit könne das Schloss Beringen neu als sogenannte Niederungsburg bezeichnet werden: Eine in der Ebene gelegene, mit Wassergraben und Umfassungsmauer befestigte Burganlage.

  Ortstreue Adlige Der Burggraben zeigt die ursprüngliche Ausdehnung der Anlage an, die durch die Neuentdeckung rund einen Drittel grösser werde als bislang bekannt. Auch der Palas war einst doppelt so gross: Im von aussen unscheinbaren Gebäude, welches für den Museumsneubau abgebrochen werden musste, steckten Reste eines mittelalterlichen Fachwerkhauses.

Es wurde 1474 erbaut und war eine Erweiterung des Palas von 1467, in dem das jetzige Museum beheimatet ist. Somit sei das Schloss Beringen nicht mehr nur ein eher bescheidener Wohnsitz einer Adelsfamilie, sondern eine stattliche Niederungsburg mit grossem Hauptbau und eindrücklichem Wassergraben, vergleichbar z.

B. mit dem Wasserschloss Hagenwil (TG).

Speziell am Schloss Beringen sei jedoch die Lage mitten im Dorf. Die Adligen verlegten ihre Wohnsitze im Laufe des Mittelalters in der Regel auf Anhöhen oder Hügel ausserhalb der wachsenden Siedlungen im Tal.

In Beringen blieben die Adligen jedoch dem Ort treu.   Älter als gedacht Der Turm mit seinen markanten Ecksteinen aus rotem Sandstein galt bislang als ältester Bauteil des Schlosses.

Noch älter sei ein bei den Rettungsgrabungen neu entdeckter Keller aus dem 11./12. Jahrhundert, mit schräg gemauerten Steinen, die ein für diese Zeit charakteristisches Fischgratmuster (Ährenverband, opus spicatum) ergeben. Vielleicht reichen die Anfänge der Burg sogar ins Frühmittelalter zurück: In einer Grube lagen ein Spinnwirtel und ein Webgewicht (ein donutförmiger Tonring zum Beschweren der Fäden am Webstuhl).

Dabei dürfte es sich um die letzten Überreste eines Grubenhauses aus dem 5.–9. Jahrhundert handeln. Diese halb in den Boden eingetieften Häuser nutzte man für die Verarbeitung von Pflanzenfasern zu Textilien.

Sogar in die Steinzeit zurück verweisen ein kleines Feuersteinmesserchen, einzelne Scherben sowie ein Stück eines Hirschgeweihs.   Veranstaltungshinweis: Offene Grabung 27. August 2021, 16.00 bis 20.00 Uhr Die Kantonsarchäologie macht Führungen auf der Grabung und zeigt Funde.

Treffpunkt: Eingang Ortsmuseum, Steig 3, 8222 Beringen.

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