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Erster Klimaspaziergang: Gewässer im Klimawandel - Fische, Hochwasserschutz und Renaturierung

2021-09-17 12:54:01
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Wie wirkt sich der Klimawandel auf unsere Gewässer aus und was können wir tun, um die Gewässer auf die Zukunft vorzubereiten? Der Schaffhauser Klimaspaziergang verfolgt die Spur zu Antworten auf diese und weitere Fragen rund um die Anpassung der Gewässer an den Klimawandel, wie der Kanton Schaffhausen meldet.

  Wie in der ganzen Schweiz, werden in Schaffhausen Wetterextreme wie Starkniederschläge und Hitzeperioden als Folgen des Klimawandels zunehmen, so die Klimaszenarien von Meteo Schweiz. Ein ehrgeiziger Klimaschutz könne dieser Entwicklung entgegenwirken.

So oder so, für die Minimierung von Risiken des Klimawandels werde die Anpassung an das sich verändernde Klima eine wichtige Rolle einnehmen. Insbesondere kleine Gewässer können besonders stark auf Extremereignisse reagieren, sie können schnell ein Vielfaches an Wasser führen oder trocknen während längeren Hitzeperioden aus.

Um das Überleben der aquatischen Bewohner sicherzustellen, werden deshalb Anpassungsmassnahmen mit zunehmendem Klimawandel umso wichtiger. Beispielsweise könne eine vorausschauende langfristige Hochwasserschutzplanung und der frühzeitige Einbezug des Oberflächenabflusses in die Planung Folgekosten von Starkniederschlagsereignissen reduzieren.

Neben Infrastrukturprojekten tragen auch Renaturierungen von Oberflächengewässern zum Hochwasserschutz bei. Die Aufweitung von Fliessgewässern schafft mehr Platz für Wasser und trägt mit wertvollen Nischen zur Förderung der Biodiversität bei.

Renaturierungen stärken die Ökosysteme und tragen zur Verbesserung deren Resilienz gegenüber Extremen bei, die Anpassungsfähigkeit steigt. Eine unabdingbare Eigenschaft für gute Erfolgsaussichten bei der Anpassung an den Klimawandel.

  Klimaanpassungsmassnahmen steigern nicht nur die Anpassungsfähigkeit eines Systems, sondern können auch direkte Verbesserungen für einzelne Arten bieten. Temperaturempfindliche Arten wie Fische seien stark beeinträchtigt durch langanhaltende Hitzeperioden.

Während einer ausgedehnten Hitzeperiode könne die Wassertemperatur markant zunehmen, zudem sinkt die Wassermenge durch die Verdunstung. Solche Situationen können zu Fischsterben führen aber auch Kettenreaktionen mit längerfristigen Auswirkungen anstossen.

Erhöhte Temperaturen können die Artenzusammensetzung in einem Gewässer nachhaltig ändern oder auch negative Einflüsse auf die Entwicklung einzelner Populationen haben (Laichmenge, Geschlechterverteilung) und somit das langfristige Überleben der Population gefährden. Gezielten Massnahmen zur Beschattung der Gewässer sowie die Ausgestaltung von Niederwasserrinnen verhindern extreme Wassertemperaturzunahmen und das Austrocknen auch während Hitzeperioden.

Sie vermindern die Auswirkugen des Klimawandels auf die Fischpopulationen indem kühlere Rückzugsorte und überlebenswichtige Restwassermengen gesichert werden.   Ein Beispiel für eine Hochwassschutzmassnahme kombiniert mit einer Renaturierung sei der Grebengraben in Neunkirch.

Der diesjährige Klimaspaziergang vom 14. September 2021 führte die Teilnehmenden bei warmem Wetter entlang des revitaliserten Gewässers. Jürg Schulthess, Abteilungsleiter Gewässer und Matrialabbau Tiefbau Schaffhausen, und Patrick Wasem, Fischerreiaufseher, berichteten über die Eigenheiten und Klimaanpassungsmassnahmen rund um das Projekt.

Der dicht bewachsene Grebengraben sei heute ein artenreiches Biotop und werde mittlerweile sogar von einem Biber bewohnt. Am Beispiel des Grebengrabens gab der erste Klimaspaziergang einen vielseitigen Einblick in die Verwaltungsarbeit rund um die Klimaanpassung von Gewässern.

Alle angesprochenen Themen finden sich auch in der Klimastrategie wieder. Nach diesem erfolgreichen Start werde das Format Klimaspaziergang nächstes Jahr mit weiteren Themen aus der Strategie weitergeführt.

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