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Ökologische Aufwertungen beim «Aalte Iiswäier i de Ängi»

  • Ökologische Aufwertungen beim «Aalte Iiswäier i de Ängi»
    Ökologische Aufwertungen beim «Aalte Iiswäier i de Ängi» (Bild: Kanton Schaffhausen)
2021-10-25 20:54:03
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Die «Ängi» zwischen Neuhausen am Rheinfall und Beringen wird mit temporären Weihern, Feucht- und Trockenwiesen sowie Strukturen ökologisch aufgewertet und seltene Tier- und Pflanzenarten gefördert, wie der Kanton Schaffhausen schreibt.

Es handelt sich dabei um ökologische Ausgleichsmassnahmen zum Tunnelbau und zu Felsensprengungen der DB sowie um Neuschaffungen von Biotopen auf kantonalen Parzellen. Die Baumassnahmen beginnen im Oktober 2021 und dauern je nach Witterung einige Wochen.

Aus Sicherheitsgründen muss der Radweg während der Bauarbeiten gesperrt und über den Radweg der Schaffhauser Strasse umgeleitet werden.   Bereits um 1900 gab es in der «Ängi» einen «Iiswäier» - zur Eisgewinnung für den Getränkehandel.

Im Rahmen von Ausgleichsmassnahmen zum Galgenbucktunnel wurde der zugeschüttete «Aalte Iiswäier» wieder erstellt. Nun werde die angrenzende Fettwiese der Kantonsparzellen mit wechselfeuchten Gewässern und Uferzonen für Pionierarten aufgewertet.

Der Wiesenstreifen entlang den DB-Geleisen werde in eine sandige Trockenwiese, wie man sie früher auf dem Galgenbuck kannte, umgewandelt. Nach komplexen Planungs- und Koordinationsarbeiten im Verkehrsknotenpunkt Engi durch das Ressort Naturschutz liegt die Baubewilligung seit Juni 2021 vor und die Umsetzung könne nun Anfang Oktober starten.

  Seltene, wechselfeuchte Lebensräume Wechselfeuchte Flure und temporäre Weiher seien rar geworden im Mittelland. Sie seien aber wichtig für Pionierarten wie die Kreuzkröte oder den Laubfrosch.

Aber auch seltene Pflanzengemeinschaften wie die Zwergbinsenflur oder Pfeifengraswiesen gehören dazu, die früher v.a. in wechselfeuchten Zonen von Fluss- und Seeufern oder Moorrändern gediehen.

Deshalb werden hier in der ehemals feuchten «Ängi» neue wechselfeuchte Lebensräume realisiert. Dazu werde der nährstoffreiche Oberboden abgetragen, das Gelände modelliert und mit Lehm abgedichtet.

Dabei werde der seit Sommer 2020 in der «Ängi» deponierte Lehmwall verwendet, der von tiefstem Untergrund einer Baustelle in Neuhausen stammt.   Trockenwiese für Küchenschelle und Wildbienen Nährstoffarme und sandige Flächen werden entlang der Gleise der DB mit dem Ziel geschaffen, dass Trockenwiesen mit ursprünglichen Pflanzen des Gebiets entstehen.

Die Felsen der «Ängi» und der sonnenexponierte, sandige Galgenbuck wurden schon im 19. Jahrhundert als botanisch einzigartiges Gebiet im mild gelegenen Klima nahe des Rheins dokumentiert. Für die Begrünung der neu geschaffenen Kompensationsflächen werde regional gesammeltes Saatgut verwendet sowie gezielt vermehrte Aktionsplanarten des Kantons Schaffhausen, wie die Küchenschelle angepflanzt.

Gleichzeitig profitieren auch seltene Wildbienenarten des Galgenbucks. Als Unterschlupf für Amphibien und Reptilien werden Strukturen mit Steinen, die von der Sprengung des «Ängi»-Felsen anfielen, angelegt.

  Ein komplexes Aufwertungsprojekt  Mit dem Abschluss des Galgenbucktunnels ging die Pflege und das umgebene Land des «Iiswäiers» von ASTRA an den Kanton über. Gleichzeitig löste die DB für die Sicherheit der Bahnlinie sowie des Radwegs Sprengungen und Netzinstallationen an den «Ängi»-Felsen in wertvollen Naturschutzinventarobjekten aus.

Deshalb bestehen im Gebiet Verpflichtungen zum ökologischen Ausgleich zum Tunnelbau wie den Felsensprengungen. Das Ressort Naturschutz nahm dazu die umfassenden Planungs- und Koordinationsarbeiten auf, mit dem Ziel, nicht nur einen Weiher zu erstellen, sondern funktionale Lebensräume zu schaffen.

Auch alle Randflächen wurden ins Projekt integriert und die verschiedenen Teilflächenbesitzer wie die DB, die Gemeinden Neuhausen am Rheinfall und Beringen für die gesamtheitliche Aufwertung gewonnen. Nebst den Ausgleichszahlungen von ASTRA und DB werden die umfassenden Massnahmen durch das Bundesamt für Umwelt sowie dem Biogas-Fonds von SHPower finanziert.   .

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