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Überregionale Strahlkraft für den Industriestandort Schaffhausen


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2021-11-10 10:54:02
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Die Schaffhauser Industrie ist ein wichtiger Teil der Schaffhauser Identität, hat sie doch eine lange Geschichte im Kanton, wie der Kanton Schaffhausen schreibt.

In Schaffhausen stellen die Kunststoff- und die chemisch-pharmazeutische Industrie je 20 % der Arbeitsplätze in der Industrie - das seien schweizweit sehr hohe Werte. Die voranschreitende Deindustrialisierung und die schwindende Innovationskraft machen aber auch der Schaffhauser Industrie zu schaffen.

Im Auftrag des Regierungsrats des Kantons Schaffhausen habe die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW die Schaffhauser Industrielandschaft analysiert und Vorschläge für die Zukunft erarbeitet. Der Industriestandort Schaffhausen habe gute Chancen, in neuen Trendindustrien überregionale Strahlkraft zu erlangen.

  Der Regierungsrat habe die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW beauftragt, eine empirische Studie über die Lage in der Schaffhauser Unternehmenslandschaft und deren Potenzial zu erstellen. Die SATW identifizierte im Auftrag des Regierungsrats für den Kanton Schaffhausen industriell relevante technologische Entwicklungen.

Insbesondere galt es, Risiken und Chancen zu erkennen und die richtigen Weichenstellungen für die Zukunft vorzuschlagen. Der Schlussbericht mit dem Titel "Schaffhauser Industrie - heute und morgen" liegt nun vor.

«Der Regierungsrat verfügt damit über eine robuste und unabhängige Einschätzung über die Stärken und Schwächen des Industriestandorts Schaffhausen und mögliche zukunftsfähige Ansatzfelder», sagt Volkswirtschaftsdirektor Dino Tamagni.    Die Autoren schlagen vor, im Kanton Schaffhausen neue Ökosysteme zu schaffen. Diese nehmen zukunftsweisende Technologien früh auf, verbinden die in Schaffhausen stark vertretenen Industrieklassen und führen traditionelle Industrien an die Hightech-Thematik heran.

Neben der chemisch-pharmazeutischen Industrie sei im Kanton Schaffhausen auch die Kunststoffindustrie im interkantonalen Vergleich besonders stark. Daneben bildet die Nahrungsmittelindustrie einen weiteren bedeutenden lokalen Industriezweig.

  Aufbauend auf diesen Beobachtungen formuliert die Studie zwei umfassende Anwendungscluster, die auf den Stärken der Schaffhauser Industrie und auf den Besonderheiten des Standorts aufbauen. Ein Cluster stellt Nahrungsmittel und Gesundheit ins Zentrum.

Der zweite Cluster verfolgt die Vision eines Ökosystems für moderne Kunststoffe. In solchen Clustern können Start-ups, KMU und Grossunternehmen zusammen mit Hochschulen an zukunftsweisenden Technologien arbeiten, so der Vorschlag.    Dank führender Unternehmen im Kunststoffbereich könnten antimikrobielle Oberflächen im Bau, in öffentlichen Räumen oder im Medizinalbereich, aber auch intelligente Materialien in der Medizintechnik und in Lebensmittelverpackung sowie Bioplastikprodukte für medizinische Anwendungen in Zukunft am Standort Schaffhausen entwickelt und produziert werden.

Ähnliches Potenzial zeigt sich im Lebensmittelbereich. Mit dem Fokus auf alternative Proteinquellen habe Schaffhausen die Chance, einen neuen Ernährungstrend in der Anfangsphase aufzunehmen.

Vom Feld bis auf den Teller könne der Kanton Schaffhausen über die gesamte Wertschöpfungskette ein zentraler Standort sein. Die Studie bestätigt die Strategie der Wirtschaftsförderung.

  Darüber hinaus betont die SATW, dass Initiativen wie etwa das Swiss Transit Lab weiterverfolgt werden sollen. Solche Projekte bestätigen die Strategie der Wirtschaftsförderung, den Kanton Schaffhausen als führende Region in der Anwendung zukunftsweisender Technologien an der Schnittstelle zwischen Industrie und Digitalisierung ("Anwendungsregion Schaffhausen") zu positionieren.

Solche Initiativen haben das Potenzial, alteingesessene Unternehmen zu stärken, neuen Unternehmen, vor allem innovativen KMU, eine Heimat zu bieten und den Lokalbezug zu intensivieren. So könne der Industriestandort Schaffhausen eine überregionale Strahlkraft erlangen.

«Die Grundlagen dafür seien in Schaffhausen gegeben», hält Doktor Claudia Schärer, Leiterin Früherkennung bei der SATW und Mitautorin der Studie, fest. Dazu gehören eine diversifizierte Industrielandschaft, kurze politische Wege, eine aktive Standortförderung, die Kleinräumigkeit sowie die Nähe zu bedeutenden Forschungs- und Wirtschaftsräumen.

Und, so die Studienautoren zum Schluss: «Die Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen, muss auf allen Ebenen stark gefördert werden. Nur so könne "Innovation, Made in Schaffhausen", Gestalt annehmen und Wirklichkeit werden.».

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