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Zweiter Bojentest als Wiffenersatz im Rhein

  • Zweiter Bojentest als Wiffenersatz im Rhein
    Zweiter Bojentest als Wiffenersatz im Rhein (Bild: Kanton Schaffhausen)
2022-03-16 08:54:02
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Im Jahr 2021 wurde eine ovale Boje unterhalb des «Schupfens» als Schifffahrtszeichen im Rhein getestet, wie der Kanton Schaffhausen berichtet.

Mit dem Praxistest konnten wertvolle Erkenntnisse über die Tauglichkeit als Wiffenersatz gewonnen werden. Nun werde der Test mit einer zweiten Boje bei der «Rhysägi» oberhalb von Diessenhofen erweitert.

Die zweite Boje werde einer stärkeren Strömung ausgesetzt sein. Zudem werde sie sichtbarer gestaltet als die erste Testboje.

  Die Partnerorganisationen Tiefbau Schaffhausen, die Seepolizei Thurgau, die Schaffhauser Polizei, das Landratsamts Konstanz und die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein tauschen sich regelmässig über die Verkehrssicherheit auf dem Hochrhein aus. Innerhalb dieses Gremiums werde über Präventionsmassnahmen und Alternativen zu den herkömmlichen Schifffahrtszeichen beraten.

  Jahr für Jahr steigt der Nutzungsdruck durch Erholungssuchende auf dem Rhein, was auch das Risiko von gefährlichen Kollisionen von Freizeitbooten und Schwimmern mit den Schifffahrtszeichen (Wiffen) erhöht. Die zuständigen Behörden suchen deshalb nach sicheren und praxistauglichen Ersatzzeichen, die bei einer allfälligen Kollision weniger schwerwiegende Folgen haben.

In den Jahren 2014 - 2018 wurde eine Wiffe mit Drehkörper getestet. Sie konnte sich in der Praxis jedoch nicht bewähren und führte zu anderen, mit Wiffen vergleichbaren Risiken.

Im Jahr 2021 wurde ein Test mit einer bereits in Deutschland eingesetzten Boje unterhalb des «Schupfens» durchgeführt. Aus dem erfolgreichen ersten Bojentest konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden.

Im Gegensatz zur sehr starren Verankerung der herkömmlichen Wiffen im Rheingrund sei die Testboje bei einer Kollision flexibler.   Die Behörden haben nun entschieden, eine zweite Testboje an einer exponierteren Stelle bei der «Rhysägi» mit dem Schifffahrtszeichen Nummer 73 zu setzen.

In Zusammenarbeit mit dem gleichen deutschen Bojenbauer wie beim ersten Test wurde die Boje für den zweiten Test angepasst. Die ovale Form der Boje sorgt für die Stabilität in Strömungsrichtung.

Mit einem Verlängerungsaufsatz als Halterung für das normierte Schifffahrtszeichen sowie mit integriertem Radarreflektor bleibt sie möglichst lange im Blickfeld der Kursschiffe. Die Kosten für die zweite Testboje betragen rund 5`000 Franken.

  Mit dem erweiterten Versuch sollen zusätzliche Erkenntnisse zum Verhalten der Boje mit aufgesetztem Schifffahrtszeichen bei starker Strömung und starken Windverhältnissen gewonnen werden. Der Rhein weist je nach Abflussmenge stark unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten und einen bis zu 3 Meter schwankenden Wasserspiegel auf.

Auch Schwemmgut, grosse Äste und Bäume werden insbesondere bei Hochwasser mitgeführt. Dies führt zu starken Zugkräften an der Boje.

Deshalb werde sie von einem 1.9 Tonnen schweren Bojenstein über eine stabile Kette gehalten.  Die zweite Versuchsboje werde im Zuge der alljährlichen Unterhaltsarbeiten an den Schifffahrtszeichen Ende März gesetzt. Das Baudepartement weist darauf hin, dass auch von den Versuchsbojen mit Verankerungskette wie bei den herkömmlichen Wiffen eine erhebliche Gefahr für Schwimmer und Boote ausgeht.

_____________________________________________________________________________________________   Wiffen im Rhein Die Schifffahrt auf dem Untersee und Rhein zwischen Konstanz und Schaffhausen und die entsprechende Signalisation der Schifffahrtsrinne sei zwischen der Schweiz und Deutschland mit einem Vertrag aus dem Jahr 1973 geregelt. Eine Übereinkunft betreffend die «Verbaakung» der Wasserstrassen von Konstanz bis Schaffhausen aus dem Jahr 1878 regelt die Art und Weise der Schifffahrtszeichen.

Gemäss dieser Übereinkunft übernimmt der Kanton Schaffhausen die «Verbaakung» und den Unterhalt auf der gesamten Rheinstrecke und verwendet dazu «kräftige und leicht sichtbare Wiffen (Baaken)». Die Kosten werden vom Land Baden-Württemberg, dem Kanton Thurgau und dem Kanton Schaffhausen zu je einem Drittel übernommen.

Eine Wiffe besteht aus einem Pfahl, auf welchem ein Grün-Weisses Signal (Schifffahrtszeichen D.2) montiert ist.   .

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