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Planungsarbeiten zum Polizei- und Sicherheitszentrum schreiten voran


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2022-05-05 14:54:03
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Seit der Volksabstimmung vom 10. Juni 2018 wurde das Projekt zum Polizei- und Sicherheitszentrum mit dem beauftragten Generalplaner und den Nutzerorganisationen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gefängnis entscheidend weiterentwickelt, wie der Kanton Schaffhausen schildert.

Nun liegt das Bauprojekt vor. Dieses sei die Basis für die Baueingabe und die Ausschreibung der Ausführungsarbeiten.

  Am 10. Juni 2018 haben die Stimmberechtigten des Kantons Schaffhausen dem Neubau des Polizei- und Sicherheitszentrums im Solenberg zugestimmt. Darauf wurde ein selektiver Projektwettbewerb ausgeschrieben, mit welchem ein integrales Generalplanerteam zur Weiterentwicklung der vorliegenden Testplanung bis zur Baureife und zur anschliessenden Begleitung der Ausführung gesucht wurde.

Der Wettbewerb konnte im Februar 2020 mit dem Zuschlag an das Team des Zürcher Büros steigerconcept abgeschlossen werden.   Der Projektvorschlag von steigerconcept übernimmt dabei die Grunddisposition der Testplanung.

Auf dem fast quadratischen Projektperimeter werden vier Baukörper (Bürogebäude, Hochbau Parking, Gefängnis und Anlieferungspavillon) um eine interne Freifläche angeordnet und durch eine unterirdische Einstellhalle verbunden. Das Bürogebäude befindet sich im Südosten an der Solenbergstrasse in Schaffhausen und verfügt über sechs oberirdische Etagen.

Gleich daneben über der bereits bestehenden unterirdischen Trainings- und Schiessanlage an der Ecke Solenberg-/Ernst-Müllerstrasse sei der Hochbau Parking geplant. Dieser beherbergt auch die Infrastruktur für die Hundeführer.

Der lange, schmale und zweigeschossige Gefängnisbau schliesst das Areal im Nordwesten ab. Sämtliche Zellen seien zum Inneren des Areals ausgerichtet.

In diesem Innenhof befindet sich der Anlieferungspavillon. Dieser gewährleistet den direkten und ökonomischen Warenfluss durch das Untergeschoss in das Gefängnis und das Bürogebäude.

  Das gesamte Areal werde durch die Gebäude selbst, durch Ordnungszäune und an den Zufahrten durch Tore abgeschlossen. Aussenstehende können das Areal über die Empfangslogen im Erdgeschoss des Bürogebäudes und des Gefängnisses betreten.

Damit werde die Kontrolle über alle sich auf dem Areal und in den Gebäuden befindlichen Personen gewährleistet. Der Zugang zur Empfangsloge des Bürogebäudes befindet sich direkt an der Solenbergstrasse, derjenige zum Gefängnis etwas zurückversetzt an der Ernst-Müllerstrasse.

  Während die Grunddisposition des Areals weitgehend derjenigen der Testplanung entspricht, wurden die Layouts des Bürogebäudes und des Gefängnisses massgeblich weiterentwickelt und verbessert. In beiden Gebäuden wurde dabei auf die ursprünglich vorgesehenen Innenhöfe verzichtet.

Damit seien die Baukörper einfacher und kompakter geworden, was der betrieblichen Organisation und der Energieeffizienz entgegenkommt.   Dem Bürogebäude liegt eine stringente Skelettkonstruktion mit zentralen Erschliessungskernen zugrunde, sämtliche Innenwände seien nicht tragend.

Damit werde eine hohe Nutzungsflexibilität über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes erreicht. Zwischen dem Erdgeschoss, welches den Empfang, eine Cafeteria und gemeinsam genutzte Sitzungsräume enthält und dem Dachgeschoss mit der überhohen Einsatz- und Verkehrsleitzentrale seien vier Regelgeschosse eingefügt.

Diese bieten Raum für Büroarbeitsplätze und können mit nicht tragenden Wänden sehr flexibel auf die wandelnden Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet werden. Im ersten Obergeschoss sei neben den Büroarbeitsplätzen zudem ein gemeinsames Einvernahmezentrum vorgesehen.

Dieses sei so vom Erdgeschoss her erschlossen, dass sämtliche Befragungen und Gegenüberstellungen durchgeführt werden können, ohne dass die Klienten die eigentlichen Büroflächen betreten müssen.   Ganz anders sei das kompakte Gefängnisgebäude konzipiert: Hier steht nicht die Nutzungsflexibilität, sondern der ökonomische und sichere Betrieb im Vordergrund.

Das Gebäude verfügt im Obergeschoss über insgesamt 29 Einzel- und 7 Doppelzellen in vier Haftabteilungen. Diese können jeweils hälftig geteilt und organisatorisch separat betrieben oder einer der benachbarten Abteilungen zugeschlagen werden.

Jede Abteilung habe einen separaten Spazierhof auf dem Dach des Gebäudes, welcher im Tagesbetrieb bei geöffneten Zellentüren von den Insassen auch unbegleitet begangen werden kann. Im Erdgeschoss befinden sich am Kopf des Gebäudes der Zugang mit der Empfangsloge und die Verwaltungsabteilung.

Im mittleren Teil seien die Funktionsräume mit der Haftstrasse für gesicherte Ein- und Austritte und im hinteren Teil der separate Bereich mit sechs Polizei- und drei Isolierzellen sowie deren Aussenbereichen angesiedelt.   Die beheizten Gebäude entsprechen dem Energiestandard MINERGIE P.

Wärme und Kälte werden dabei aus einem Grundwasserkreislauf bezogen. Die Dächer der einzelnen Baukörper werden vollflächig mit Fotovoltaik belegt, womit ein massgeblicher Teil der benötigten elektrischen Energie vor Ort produziert werden kann.

Wärme- und Kälteerzeugung sowie die Fotovoltaik und das gesamte Energiemanagement werden effizient im ökologischen und ökonomischen Sinn in einem Quartierverbund zusammengefasst. Diesem Verbund gehören unter anderem das benachbarte sfb-Bildungszentrum und die Fotovoltaikanlage des Fussballstadions an.

Sowohl das Bürogebäude mit der Einsatzzentrale als auch das Gefängnis seien mit allen nötigen Sicherheitsvorrichtungen und Notstrom versorgt.   Das nun vorliegende Bauprojekt wurde in vielen Punkten bereits geschärft.

Vor der Ausschreibung der Ausführungsarbeiten werde es einer weiteren Optimierungsrunde unterzogen. Damit werde gewährleistet, dass eine vollständige Submission unter General- oder Totalunternehmern sowie die Baueingabe erfolgen können.

Das General- oder Totalunternehmer-Modell erlaubt die Einholung von Offerten für die gesamten Ausführungsarbeiten aus einer Hand, mithin auch eine hohe Kostensicherheit über das gesamte Projekt.   Es werde angestrebt, dass die Offerten für die gesamte Ausführung Mitte des kommenden Jahres vorliegen.

Die aktuellen Schätzungen gehen davon aus, dass diese im Bereich des zur Verfügung stehenden Kredits liegen werden. Abzüglich der Planerhonorare, der Landkosten und der bauherrenseitigen Reserven entspreche dies Bauwerkskosten von rund 80 Millionen Franken (Stand Index Baupreise Hochbau vom Oktober 2021).

Dabei sei zu beachten, dass der Kreditbeschluss vom 15. Januar 2018 dem Projekt- und Preisstand vom 1. April 2016 entspreche und bis zur Fertigstellung des Objektes um die ausgewiesene Teuerung erhöht wird. Zudem muss ein Mehraufwand von rund 5 % für die Erhöhung des Energiestandards auf MINERGIE P berücksichtigt werden, der aufgrund der nach dem Kreditbeschluss durchgeführten Revision des Energierechts per 1. April 2021 als sog.

«gebundene Kosten» anfällt. Die technischen Betriebseinrichtungen der heutigen Einsatzzentrale und die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur sowie Teile des Mobiliars werden im Hinblick auf den Bezug des Neubaus ersetzt beziehungsweise neu angeschafft werden müssen.

Diesbezüglich werde mit Kosten im Rahmen von rund 7.5 Millionen Franken gerechnet. Die Detailplanung dieser Positionen werde parallel zum Bauprojekt vorangetrieben.

Was tatsächlich beschafft werden muss, und wie hoch der dannzumalige Marktpreis der Komponenten sein wird, werde erst etwa 1 Jahr vor der Inbetriebnahme feststehen. Die rasche technische Entwicklung und die sich damit stetig ändernden technischen Vorgaben können so bei der Detailplanung berücksichtigt werden.

Diese Positionen seien nicht Bestandteil des Bauprojekts und werden separat ins ordentliche Budget des Kantons eingestellt.   Wenn die letzte Optimierungsrunde des Projekts nach Terminplan verläuft, sollen im Herbst dieses Jahres die Baueingabe und die Ausschreibung der Ausführungsarbeiten erfolgen.

Damit werde Mitte des kommenden Jahres eine hohe Sicherheit hinsichtlich der Bewilligungsfähigkeit und des Gesamtaufwandes erreicht. Vorbehältlich grösserer Unwägbarkeiten im Bewilligungs- und Submissionsprozess werde anfangs 2024 mit dem Ausführungsbeginn und gegen Ende 2025 mit der baulichen Fertigstellung des neuen Polizei- und Sicherheitszentrums im Solenberg gerechnet..

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